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Sanierungserlass in Altfällen

Das Bundesfinanzministerium (BMF) hält in Altfällen, in denen ein Sanierungsgewinn bis einschließlich 8.2.2017 entstanden ist, an seinem sog. Sanierungserlass fest. Damit kann die Steuer, die auf den Sanierungsgewinn entfällt, erlassen werden. Das BMF widerspricht damit der aktuellen ungünstigen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH).

Hintergrund: Ein Sanierungsgewinn entsteht bei einem sanierungsbedürftigen Unternehmen, wenn ein Gläubiger auf seine Forderung gegenüber dem sanierungsbedürftigen Unternehmen verzichtet und dieses seine Verbindlichkeit gewinnerhöhend ausbuchen muss. Um die sich hieraus ergebende Steuerbelastung abzumildern, hatte die Finanzverwaltung im Jahr 2003 den sog. Sanierungserlass veröffentlicht, der u. a. einen Erlass der Steuern ermöglichte.

Der Große Senat des BFH hat den Sanierungserlass im Jahr 2017 jedoch als rechtswidrig eingestuft, weil Sanierungsgewinne nur durch den Gesetzgeber begünstigt werden dürfen, nicht aber durch die Finanzverwaltung. Diese Entscheidung wurde am 8.2.2017 veröffentlicht (lesen Sie hierzu unsere Mandanten-Information 3/2017). Die Finanzverwaltung hat daraufhin in einem neuen Schreiben erklärt, dass sie am Sanierungserlass festhält, wenn der Forderungsverzicht bis einschließlich zum 8.2.2017 vollzogen worden ist. Hierauf hat wiederum der BFH mit zwei Urteilen reagiert und auch dieses neue Schreiben als rechtswidrig eingestuft.

Kernaussagen des BMF:

  • Trotz der aktuellen Urteile des BFH ist der Sanierungserlass in den Fällen anzuwenden, in denen der Sanierungsgewinn bis einschließlich 8.2.2017 entstanden ist. Nach Ansicht des BMF ist ein Festhalten an dem Sanierungserlass aus Gründen des Vertrauensschutzes geboten.
  • Der Gesetzgeber hat für Sanierungsgewinne, die ab dem 9.2.2017 entstehen, eine gesetzliche Steuerbefreiung vorgesehen. Für Altfälle hat der Gesetzgeber aus Gründen des Vertrauensschutzes von einer Steuerbefreiung abgesehen und ist davon ausgegangen, dass insoweit die Finanzverwaltung weiterhin den Sanierungserlass anwendet.

Hinweise: Das BMF widersetzt sich damit dem BFH, der es gerade nicht akzeptiert, dass die Finanzverwaltung Sanierungsgewinne steuerlich begünstigt, sondern eine gesetzliche Regelung verlangt.

Für sanierungsbedürftige Unternehmen ist das neue BMF-Schreiben ausgesprochen vorteilhaft: Erfüllt das Unternehmen die Voraussetzungen des Sanierungserlasses, kann die Steuer auf den Sanierungsgewinn erlassen werden. Problematisch wird es allerdings, wenn es zu einem Streit mit dem Finanzamt darüber kommt, ob die Voraussetzungen des Sanierungserlasses erfüllt sind, z. B. die Sanierungseignung oder Sanierungsfähigkeit des Unternehmens gegeben sind. Der Weg zum Finanzgericht wird dann aller Voraussicht nach keinen Erfolg haben, weil die Rechtsprechung den Sanierungserlass bereits dem Grunde nach für rechtswidrig hält und deshalb nicht anwendet.

Für Sanierungsgewinne, die ab dem 9.2.2017 entstehen, ist zwar eine gesetzliche Steuerbefreiung eingeführt worden. Diese Steuerbefreiung könnte jedoch eine europarechtswidrige Subvention darstellen und muss daher erst von der EU-Kommission genehmigt werden. Diese Genehmigung steht zurzeit noch aus.

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Einheitsbewertung bei der Grundsteuer

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Einkommensteuererklärung 2017 beleglos? Konkretisierung der Belegvorhaltepflicht

Ab dem Veranlagungszeitraum 2017 ist die Einkommensteuererklärung beinahe beleglos. Darauf haben die Finanzämter die Steuerpflichtigen in den letzten Wochen auch schriftlich aufmerksam gemacht. Die bisherige Belegvorlagepflicht wurde ersetzt durch die Belegvorhaltepflicht. Das bedeutet, dass nicht alle Belege sofort mit der Einkommensteuererklärung beim Finanzamt eingereicht werden müssen, sondern meist nur auf Nachfrage.

Da Zweifelsfragen bestehen, wann dennoch Belege zusammen mit der Einkommensteuererklärung an das Finanzamt geschickt werden sollen, hat die Thüringer Steuerverwaltung Hinweise in Ihrer Information Nr. 02/2018 vom 27.04.2018 veröffentlicht.

Daraus ergeben sich folgende, allgemein zu beachtende Hinweise:

  • Sofern auf Beraterseite Erfahrungen bestehen, bei welchen Sachverhalten im Einzelfall in der Vergangenheit Belege angefordert wurden, ist es deshalb grundsätzlich zielführend, in gleichgelagerten Fällen auch in Zukunft zusammen mit der Steuererklärung die Belege einzureichen, die erfahrungsgemäß nachgefordert werden.
  • Je neuer, einmaliger, bedeutender, außergewöhnlicher, gegenüber dem Vorjahr geänderter oder steuerlich erheblicher ein steuerlicher Sachverhalt ist, umso sinnvoller ist es, Belege sofort einzureichen.

Beleganforderung kann durch Beachtung folgender Hinweise reduziert werden:

  • Genaue und aussagekräftige Angaben in der Steuererklärung
  • Aufschlüsselung der Einzelpositionen bei mehreren Zeilen im Formular anstatt  Gesamtsummen.
  • Kennzifferngerechte Eingabe der Daten in die Steuererklärung ein.
  • Prüfung der Aktualität allgemeiner Angaben zum Steuerpflichtigen (auch etwa der Bankverbindung).
  • Angekündigte Belege in der Steuererklärung auch tatsächlich zeitnah per Post einreichen, solange digitale Einreichung noch nicht möglich ist.
  • Eine authentifizierte Steuererklärung, die elektronisch an das Finanzamt übermittelt  wurde sollte nicht zusätzlich in Papierform eingereicht werden.

Unabhängig von der (vermeintlichen) Vereinfachung betreffend Einreichung von Belegen beim Finanzamt besteht für uns Berater weiterhin die Notwendigkeit alle relevanten Angaben durch Belege nachgewiesen zu bekommen, da andernfalls die Steuererklärung nicht mit der nötigen Sorgfalt erstellt werden kann.

(Robert Tille, Stand 18.06.2018)

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