Einkommensteuererklärung 2017 beleglos? Konkretisierung der Belegvorhaltepflicht

Ab dem Veranlagungszeitraum 2017 ist die Einkommensteuererklärung beinahe beleglos. Darauf haben die Finanzämter die Steuerpflichtigen in den letzten Wochen auch schriftlich aufmerksam gemacht. Die bisherige Belegvorlagepflicht wurde ersetzt durch die Belegvorhaltepflicht. Das bedeutet, dass nicht alle Belege sofort mit der Einkommensteuererklärung beim Finanzamt eingereicht werden müssen, sondern meist nur auf Nachfrage.

Da Zweifelsfragen bestehen, wann dennoch Belege zusammen mit der Einkommensteuererklärung an das Finanzamt geschickt werden sollen, hat die Thüringer Steuerverwaltung Hinweise in Ihrer Information Nr. 02/2018 vom 27.04.2018 veröffentlicht.

Daraus ergeben sich folgende, allgemein zu beachtende Hinweise:

  • Sofern auf Beraterseite Erfahrungen bestehen, bei welchen Sachverhalten im Einzelfall in der Vergangenheit Belege angefordert wurden, ist es deshalb grundsätzlich zielführend, in gleichgelagerten Fällen auch in Zukunft zusammen mit der Steuererklärung die Belege einzureichen, die erfahrungsgemäß nachgefordert werden.
  • Je neuer, einmaliger, bedeutender, außergewöhnlicher, gegenüber dem Vorjahr geänderter oder steuerlich erheblicher ein steuerlicher Sachverhalt ist, umso sinnvoller ist es, Belege sofort einzureichen.

Beleganforderung kann durch Beachtung folgender Hinweise reduziert werden:

  • Genaue und aussagekräftige Angaben in der Steuererklärung
  • Aufschlüsselung der Einzelpositionen bei mehreren Zeilen im Formular anstatt  Gesamtsummen.
  • Kennzifferngerechte Eingabe der Daten in die Steuererklärung ein.
  • Prüfung der Aktualität allgemeiner Angaben zum Steuerpflichtigen (auch etwa der Bankverbindung).
  • Angekündigte Belege in der Steuererklärung auch tatsächlich zeitnah per Post einreichen, solange digitale Einreichung noch nicht möglich ist.
  • Eine authentifizierte Steuererklärung, die elektronisch an das Finanzamt übermittelt  wurde sollte nicht zusätzlich in Papierform eingereicht werden.

Unabhängig von der (vermeintlichen) Vereinfachung betreffend Einreichung von Belegen beim Finanzamt besteht für uns Berater weiterhin die Notwendigkeit alle relevanten Angaben durch Belege nachgewiesen zu bekommen, da andernfalls die Steuererklärung nicht mit der nötigen Sorgfalt erstellt werden kann.

(Robert Tille, Stand 18.06.2018)

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